Warum eigentlich Physiklehrer
und nicht Industriephysiker oder Forscher?
- Militär
Meine militärische Tätigkeit bald nach der Matura zeigte auf, dass mir das Ausbilden Jugendlicher und auch Erwachsener Freude bereitet. Schon als Gruppenkommandant konnte ich meine Gruppe zu exzellenten Schiessleistungen anspornen, durch Erklären, Vorbild und einen emotionalen Mitreisseffekt. Zwei Tage Sonderurlaub für die ganze Gruppe, nicht schlecht!
- Alpiner Sport
Als Hilfs-Skilehrer verdiente ich mir im Studium so manches Kleingeld dazu. Ein Nebeneffekt war auch hier, dass ich merkte, dass mir der Skiunterricht lag, obwohl kein besonders guter Skifahrer.
- Hormonlabor
Gegen Ende meines Studiums arbeitete ich in einem Hormonlabor der Universitätsklinik. Es galt statistische Auswertungen für einen Kongress zu erarbeiten. 70% der Arbeit war eintönig, alles unterirdisch, gemischt mit viel Ätherdampf. So entstand da etwas Abneigung gegen die Laborarbeit trotz meines ersten englischsprachigen Auftritts auf einem grossen Kongress.
- Kein Doktorhut
Für eine angepeilte und vorbesprochene Dissertation in physikalischer Chemie solte ich die Anschaffung eines Massenspektrometers abwarten. Während dieser Zeit hatte ich schon ein Teilpensum am Bundesrealgymnasium Innsbruck und arbeitete nebenher im Hormonlabor. Nach 9 Monaten war das damals teure Instrument immer noch nicht zur Stelle. Da riss mir die Geduld und ich verzichtete auf den Doktorhut. Inzwischen wusste ich, dass ich nicht in Industrie oder Forschung arbeiten wollte sondern in der Schule. Dazu ist der Doktorhut zwar kein Hindernis, aber einige Doktoren, denen ich begegnete, sehen wegen der Krempe ihres Hutes manchmal die Schüler nicht, die vor ihnen sitzen. Das soll es zwar auch bei anderen Pädagogen geben.
- Nachdiplom ETH
Nach 12 Berufsjahren war meine Stellung an der Kantonsschule wegen des Ausländerstatus und eines Rückgangs der Schülerzahl gefährdet. Ich entschloss mich, durch ein Zusatzstudium in technischen Betriebswissenschaften für einen Industrieeinsatz fit zu machen. Nach dem Abschluss wurde der bereits weit vorbereitete Wechsel in die Industrie in letzter Minute durch meine definitive Wahl zum Hauptlehrer verhindert. Ich habe es nicht bereut; auch nicht die Anstrengungen für das Nachdiplomstudium!